Sonja Rentsch
Raum im Raum im Raum

13.12.2013 - 1.1.2014

Die Arbeiten von Sonja Rentsch erscheinen auf den ersten Blick einfach und besitzen doch eine starke Präsenz. Interventionen in historisch aufgeladenen Räumen und die Neuinszenierung von Alltagsgegenständen durch das Herauslösen aus deren ursprünglichen Kontexten sind Themen ihrer künstlerischen Arbeit. Die Nichtfarbe Weiß spielt dabei eine zentrale Rolle: So verhalf sie beispielsweise 2008 einer Mauernische auf einer Brache im Zentrum von Marseille, in der früher einmal eine sakrale Skulptur stand, mit weißem Gips zu neuem Glanz. Rentschs Raumarbeiten können als Leerstellen fungieren, die den Betrachter dazu auffordern, sie mit eigenen Bildern und Gedanken zu füllen.

Auch ihr ortsspezifisches Projekt „Raum im Raum im Raum“ ist ein solches Angebot. Im Studio der Deutsche Bank KunstHalle installiert Rentsch einen großen Würfel, dessen Wände mit weißer Seide bespannt sind. In der Mitte des indirekt beleuchteten Kubus steht ein zweiter Würfel als verkleinerte Version des Raums, fast unmerklich dreht sich dieser ganz langsam um die eigene Achse. Subtil spielt die Arbeit mit den Größenverhältnissen und den skulpturalen Qualitäten des Raumes. Zugleich schafft Rentsch damit aber auch einen neutralen, fast sakral anmutenden Imaginationsraum.

Sonja Rentsch, 1981 in Herdecke geboren, lebt und arbeitet in Berlin. 2002-2005 Studium an der Muthesius-Kunsthochschule Kiel, 2005-2010 an der Hochschule für Künste Bremen, Meisterschülerin von Prof. Yuji Takeoka, 2008 Auslandsstudium an der École superieure des beaux-arts de Marseille.

Mit ihrer Arbeit „Geschirrtuch“ gewann Sonja Rentsch im April 2013 den Preis der Jury von MACHT KUNST. An einem Keramikhaken hing ein Geschirrtuch in schlichtem Weiß. Statt Initialen hatte Rentsch „o.T.“ – ohne Titel – in das Leintuch sticken lassen. In ihrer Verbindung aus formaler Einfachheit und konzeptuellem Gehalt überzeugte die Arbeit die Jury.