Nicolas Balcazar
15.000 t

10.1. - 26.1.2014

Nicolas Balcazar betrachtet die Kamera nicht als Werkzeug, um Missstände aufzudecken, sondern viel mehr um Stimmungen und Geschichten von Orten und Situationen zu erzählen, die sich einer rein sprachlichen Vermittlung verweigern. Seine Bilder, die auf Reisen entstehen, präsentieren das „Fremde“ nicht als Trophäe. Stattdessen zeigen sie eher beiläufige Eindrücke von Landschaften, Straßen, Architekturen und Menschen, die ihm nahe stehen. Als bevorzugtes Stilmittel bedient sich Balcazar dabei vornehmlich der Doppelbelichtung, die seinen Arbeiten eine irreale, leicht melancholische Stimmung verleiht. In der neuen Fotoserie, die unter dem Titel „15.000 t“ im Studio der Deutsche Bank KunstHalle präsentiert wird, experimentiert Balcazar mit einer neuen Technik, um die Motive zu verfremden. Die Fotos entstanden im Braunkohle-Tagebau Welzow-Süd in der Niederlausitz. Balcazar spiegelt die Aufnahmen bspw. des gigantischen Schaufelbaggers F60, der weltweit größten beweglichen Maschine. Dadurch bringt er den Stahlkoloss zum Schweben und betont dessen ästhetische Qualitäten, die in ihrer Symmetrie an moderne Architektur erinnern. Die Ambivalenz von zerstörerischer Kraft und technischer Perfektion der Maschinen macht den Reiz dieser neuen Bilder aus.

Nicolas Balcazar, 1985 in Berlin geboren, lebt und arbeitet nach längeren Aufenthalten in Peru und China derzeit in Berlin. 2004 Beginn der Beschäftigung mit Fotografie als künstlerischer Ausdrucksform. 2005-2012 Studium der Bioinformatik an der Freien Universität Berlin, 2012-2013 Ausbildung an der Imago Fotoschule Berlin.

Mit seiner Fotografie „ohne Titel“ gewann Nicolas Balcazar im April 2013 den Preis der Jury von „Macht Kunst“. Im Foto kombinierte er in Doppelbelichtung die Silhouette eines junges Mannes mit einer Hausfassade der Hamburger Hafencity. Die Reflexion über das moderne Verhältnis von Mensch und Architektur überzeugte die Jury.