• 24.03.2017 - 18.06.2017

    Deutsche Bank „Künstler des Jahres” 2017
    Kemang Wa Lehulere: Bird Song

    Kemang Wa Lehulere, 1984 in Kapstadt geboren, ist der neue „Künstler des Jahres“ der Deutschen Bank und wird im Frühjahr 2017 in der Deutsche Bank KunstHalle in Berlin seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland präsentieren.

    Kemang Wa Lehulere lebt heute in Johannesburg und Kapstadt und zählt zu den bedeutendsten Vertretern einer jungen Generation südafrikanischer Künstler, die grenzüberschreitend in den unterschiedlichsten Genres und Medien arbeiten, um neue künstlerische Perspektiven und Erzählweisen, aber auch Formen politischer Aktion zu entwickeln.

    Seine auf umfangreichen Recherchen basierenden Performances, Videos, Installationen und Kreidezeichnungen realisiert er sowohl als Einzelkünstler wie auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Dazu zählen etwa Projekte mit dem Center for Historical Reenactments, das 2010 als Ausstellungsplattform und Kollektiv gegründet wurde. Zuvor arbeitete er mit der Künstlergruppe Gugulective zusammen, die er 2006 in Kapstadt mitbegründete.

    Häufig beleuchten Wa Lehuleres Werke die schwarze Geschichte Südafrikas. In diesen hinterfragt er, wie die Geschichte schwarzer Künstler, Musiker und Autoren erzählt und archiviert wird. Dabei unternimmt er den Versuch, alternative Sichtweisen und neue Formen des Erinnerns zu entwickeln, um deren Werke und Biografien vor dem Vergessen zu bewahren.

    Kemang Wa Lehulere war an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen beteiligt, so etwa der 8. Berlin Biennale (2014), der 2. Triennale des New Museum in New York (2012), oder der 11. Biennale de Lyon (2011). In der Deutsche Bank KunstHalle war er bereits 2013/14 im Rahmen des Ausstellungsprojekts The Circle Walked Casually mit Zeichnungen aus der Sammlung Deutsche Bank zu sehen. 2015 wurde er als “Standard Bank Young Artist for Visual Art“ ausgezeichnet. Ab dem 16. April ist seine Kunst bei der EVA International in Limerick City, Irland, und ab dem 3. Mai bei der 12. Dak’Art Biennale in Dakar, Senegal, vertreten.

    Kemang Wa Lehulere ist nach Wangechi Mutu, Yto Barrada, Roman Ondák, Imran Qureshi, Victor Man, Koki Tanaka und Basim Magdy der achte internationale Künstler, den die Deutsche Bank als „Künstler des Jahres“ ehrt. Die Auswahl für diese Auszeichnung erfolgt im Rahmen des Global Art Advisory Councils der Deutschen Bank, dem die renommierten Kuratoren Okwui Enwezor, Hou Hanru, Udo Kittelmann und Victoria Noorthoorn angehören. Im Fokus stehen vielversprechende Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein künstlerisch wie auch gesellschaftlich relevantes Werk geschaffen haben, das die beiden Schwerpunkte der Sammlung Deutsche Bank einbezieht: Arbeiten auf Papier oder Fotografie.

    Kuratorin: Britta Färber, Chief Curator, Deutsche Bank Art

    Pressebilder
    Kemang Wa Lehulere: Deutsche Bank's "Artist of the Year" 2017. Foto: Adam McConnachie
  • 07.07.2017 - 08.10.2017

    Roberto Burle Marx: Tropische Moderne

    Seine wegweisenden Entwürfe an der Copacabana in Rio de Janeiro, am Biscayne Boulevard in Miami Beach, in Brasilien und der ganzen Welt haben Roberto Burle Marx (1909-1994) zu einem der herausragendsten Landschaftsarchitekten des 20. Jahrhunderts gemacht. In Kooperation mit dem Jewish Museum präsentiert die KunstHalle im Sommer 2017 das gesamte Spektrum seines künstlerischen Schaffens. Mit mehr als 100 Arbeiten dokumentiert „Roberto Burle Marx: Tropische Moderne“ die Vielfalt und Bandbreite seines Werks: Landschaftsarchitektur, Malerei, Skulptur, Bühnenbilder, Textil- und Schmuckentwürfe. Außerdem sind von ihm inspirierte Arbeiten zeitgenössischer Künstler zu sehen. Burle Marx, Sohn eines deutsch-jüdischen Vaters und einer brasilianischen Mutter, begeisterte sich bereits in den frühen 1930er Jahren für die Moderne – zu einem Zeitpunkt, als sie viele Künstler und Intellektuelle in seinem Heimatland erfasste. Für Burle Marx bildete die Abstraktion das grundlege Prinzip, um mit geschwungenen Formen und den bunten Farben der einheimischen Flora eine völlig neue Formensprache in der Landschaftsarchitektur zu entwickeln. Während seiner mehr als sechzigjährigen Karriere gestaltete Burle Marx weltweit über 2.000 Gärten und entdeckte fast 50 neue Pflanzenarten. Burle Marx verzichtete auf Symmetrien und plädierte für die Verwendung einheimischer Gewächse. Viele von Roberto Burle Marx’ bedeutendsten und bahnbrechendsten Projekten werden in der Ausstellung anhand von Entwürfen, Modellen, Zeichnungen, Gemälden und Fotografien vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf seinen Berliner Bezügen und Projekten. Nach der Präsentation im New Yorker Jewish Museum und in der KunstHalle in Berlin wird die Ausstellung im Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro in Brasilien zu sehen sein.

    Kuratoren: Jens Hoffmann, Deputy Director, Exhibitions and Public Programs, Claudia J. Nahson, Morris and Eva Feld Curator, The Jewish Museum, New York
    Roberto Burle Marx, Mineral Roof Garden, São Paulo, 1983 © Leonardo Finotti
  • 20.10.2017 - 25.03.2018

    Fahrelnissa Zeid

    Die Retrospektive ”Fahrelnissa Zeid„ stellt dem internationalen Publikum eine der wichtigsten türkischen Pionierinnen der Moderne vor. Obwohl Fahrelnissa Zeid zu ihren Lebzeiten (1901-1991) ausgiebige Reisen unternahm, international ausstellte und eine jüngere Künstlergeneration in Europa und dem Mittleren Osten beeinflusste, ist dies die erste umfassende Retrospektive ihres Werkes. ”Fahrelnissa Zeid„ feiert eine außergewöhnliche Künstlerin, die ein faszinierendes Leben führte und einige der wichtigsten Werke ihrer Zeit geschaffen hat. Die Ausstellung beleuchtet Zeids künstlerische Laufbahn von den ersten in der Türkei entstandenen Werken über ihre Verbindung zur avantgardistischen „Gruppe D“ und den späteren Experimenten mit der Abstraktion bis hin zu ihrer Rückkehr zur Figuration. Ihre großformatigen abstrakten Arbeiten der späten 1940er- bis 1960er-Jahre bilden das Herzstück der Ausstellung. Dabei untersucht die Retrospektive, wie sich Zeids künstlerische Praxis einerseits auf internationale Strömungen bezog und andererseits bewusst davon abgrenzte. Zudem wirft die Ausstellung einen neuen Blick auf das Werk der Künstlerin, gerade angesichts ihres sich häufig wandelnden, ganz eigenen künstlerischen Ausdrucks, und ermöglicht so ein besseres Verständnis ihrer ästhetischen Ansätze, der Individualität ihres abstrakten Vokabulars und der besonderen Bedingungen, unter denen dieses einzigartige Werk entstand.

    Kuratoren: Kerryn Greenberg, Curator (International Art) und Vassilis Oikonomopoulos, Assistant Curator, Tate Modern
    Fahrelnissa Zeid, My Hell, 1951, Photo: © Reha Arcan