• 21.07.2016 – 30.10.2016

    COMMON AFFAIRS
    Revisiting the VIEWS Award - Contemporay Art from Poland

    2003 wurde der bedeutendste Kunstpreis Polens VIEWS Award gemeinsam von der Deutsche Bank Stiftung, der Deutsche Bank Polska und der Zachęta Nationalgalerie initiiert. Ziel der im zweijährigen Turnus verliehenen Auszeichnung ist es, junge Künstler zu fördern und die künstlerische Infrastruktur in Polen zu stärken. Die mit dem Preis verbundene Ausstellung in der Zachęta verschafft jungen Künstlern zudem eine öffentlichkeitswirksame Plattform. So trägt VIEWS dazu bei, der zeitgenössischen polnischen Szene mehr internationale Aufmerksamkeit zu verschaffen.

    Aus diesem Gedanken resultiert auch das Kooperationsprojekt COMMON AFFAIRS: Deutsche Bank KunstHalle, Berlin, Zachęta - National Gallery of Art, Warsaw, und das Polish Institute Berlin präsentieren gemeinsam eine Auswahl aktueller Positionen. Alle Arbeiten stammen von Nominierten oder Gewinnern des VIEWS Award wie etwa Tymek Borowski, Anna Molska, Janek Simon, Karol Radziszewski, Rafal Jakubowicz und Karolina Bregula. Die Ausstellung wird von Julia Kurz und Stanisław Welbel kuratiert.

    Die Rückschau auf die vergangenen Ausstellungen von VIEWS sowie auf die in dem Kontext entstandenen Auftragswerke ist vornehmlich darauf ausgerichtet, eine Aktualisierung der künstlerischen Praktiken der jüngsten Vergangenheit vorzunehmen. Dieser „Updating“-Prozess ermöglicht die Auswahl und Akzentuierung der interessantesten Phänomene und dringendsten Probleme, mit denen sich die Künstler beschäftigt haben. COMMON AFFAIRS präsentiert so künstlerische Perspektiven auf die Verlagerungen und Veränderungen der polnischen als auch der internationalen Kunst, von den „langen 90er-Jahren“ bis in die Gegenwart. Ein besonderer Fokus wird dabei auf Positionen gelegt, die sich mit Geschichte und Politik von Erinnerung und Repräsentation, von Transformationen und nahendem Wandel beschäftigen.
    Die Ausstellung „COMMON AFFAIRS“ ist der KunstHalle sowie im Polnischen Institut Berlin zu sehen.
    Elżbieta Jabłońska, Nowe życie ( New Life), 2010, Neon Sign Installation view at Polish Institute © Elżbieta Jabłońska
  • 18.11.2016 – 05.03.2017

    Bhupen Khakhar:
    You Can’t Please All

    “…wenn ich das Gefühl habe, die Wahrheit zu sagen, gibt es kein Halten mehr.“

    Bhupen Khakhar in einem Interview mit Sadanand Menon, 2003

    Bhupen Khakhar (1934–2003) spielte eine zentrale Rolle in der modernen indischen Kunst und wurde als ein international bedeutender Protagonist der Malerei des 20. Jahrhunderts wahrgenommen. Seitdem er in den 1960ern künstlerisch zu arbeiten begann, gehörte Khakhar zu einer vitalen Bewegung indischer Künstler, die neue Formen der Erzählung und der Figuration in die Malerei einbrachte und als Baroda School bekannt wurde. Die Grundlage seiner Malerei bildete das intensive Studium südasiatischer und europäischer Kunst, dem er sich während seiner in Teilzeitarbeit als Buchhalter widmete. Nach frühen Experimenten mit der Pop Art entwickelte Khakhar einen eigenwilligen Malstil, der scheinbare Gegensätze wie Hoch- und Massenkultur, Alltagsleben und Malereigeschichte verband und so die bestehende Ikonografie subversiv unterlief. Mit viel Mut ging er komplexe und provokante Themen an: Klassenunterschiede, Begehren und Homosexualität und seinen eigenen Kampf gegen den Krebs. Khakhar, der auch Schriftsteller war, ließ dabei literarische Sensibilität und kritische Beobachtungsgabe in seine scharfsinnigen, häufig ironischen Darstellungen von schwierigen Themen einfließen.

    Der Titel der Ausstellung wurde dem 1981 entstandenen ikonischen Gemälde You Can’t Please All (Man kann es nicht allen rechtmachen) aus der Sammlung der Tate entliehen. Eine nackte Gestalt steht mit dem Rücken zum Betrachter und blickt auf eine dramatische Szene: die Darstellung eines Lehrstücks über einen Vater und einen Sohn, die einen Esel gewinnen und ihn auf dem Weg nach Hause verlieren, weil sie den ungebetenen Ratschlägen der Passanten folgen. Ursprünglich als Selbstporträt gedacht, vollendete Khakhar das Gemälde einige Jahre nach einem kurzen Aufenthalt in Großbritannien. Couragiert beschloss er, in seinem Leben und in seiner Arbeit offen mit seiner Homosexualität umzugehen. Sein intuitives Verständnis von den Spannungen zwischen der Schönheit und dem Grotesken manifestierte sich in seiner Malerei in der unbefangenen Darstellung menschlicher Liebe, Sehnsüchte, Schwächen und Leiden. Sein kraftvolles Werk aus dieser Schaffensphase bildet den Schwerpunkt in der Ausstellung und rückt diese einzigartige und relevante Position zurück in das internationale Bewusstsein.

    Als erste posthume Überblicksschau von Khakhars Laufbahn vereint diese Ausstellung, die zuvor vom 1. Juni bis 6. November 2016 in der Tate Modern zu sehen ist, Werke aus fünf Jahrzehnten und aus Sammlungen rund um die Welt. Zu seinen Lebzeiten stellte Khakhar regelmäßig in Indien und im Ausland aus, wie etwa 1992 auf der Documenta IX in Kassel. Nach mehreren Beteiligungen an Gruppenausstellungen in der Tate, wirft diese Retrospektive einen neuen Blick auf seine künstlerische Praxis. Sie präsentiert, neben den bekannten Gemälden und Arbeiten auf Papier, nur selten gezeigte experimentelle Werke, zu denen auch Keramiken, Textil- und Glasarbeiten gehören.
    Bhupen Khakhar: You Can’t Please All, 1981, Tate © Estate of Bhupen Khakhar
  • 24.03.2017 - 18.06.2017

    Kemang Wa Lehulere:
    Deutsche Bank "Artist of the Year" 2017

    Kemang Wa Lehulere, 1984 in Kapstadt geboren, ist der neue „Künstler des Jahres“ der Deutschen Bank und wird im Frühjahr 2017 in der Deutsche Bank KunstHalle in Berlin seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland präsentieren.

    Kemang Wa Lehulere lebt heute in Johannesburg und Kapstadt und zählt zu den bedeutendsten Vertretern einer jungen Generation südafrikanischer Künstler, die grenzüberschreitend in den unterschiedlichsten Genres und Medien arbeiten, um neue künstlerische Perspektiven und Erzählweisen, aber auch Formen politischer Aktion zu entwickeln.

    Seine auf umfangreichen Recherchen basierenden Performances, Videos, Installationen und Kreidezeichnungen realisiert er sowohl als Einzelkünstler wie auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Dazu zählen etwa Projekte mit dem Center for Historical Reenactments, das 2010 als Ausstellungsplattform und Kollektiv gegründet wurde. Zuvor arbeitete er mit der Künstlergruppe Gugulective zusammen, die er 2006 in Kapstadt mitbegründete.

    Häufig beleuchten Wa Lehuleres Werke die schwarze Geschichte Südafrikas. In diesen hinterfragt er, wie die Geschichte schwarzer Künstler, Musiker und Autoren erzählt und archiviert wird. Dabei unternimmt er den Versuch, alternative Sichtweisen und neue Formen des Erinnerns zu entwickeln, um deren Werke und Biografien vor dem Vergessen zu bewahren.

    Kemang Wa Lehulere war an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen beteiligt, so etwa der 8. Berlin Biennale (2014), der 2. Triennale des New Museum in New York (2012), oder der 11. Biennale de Lyon (2011). In der Deutsche Bank KunstHalle war er bereits 2013/14 im Rahmen des Ausstellungsprojekts The Circle Walked Casually mit Zeichnungen aus der Sammlung Deutsche Bank zu sehen. 2015 wurde er als “Standard Bank Young Artist for Visual Art“ ausgezeichnet. Ab dem 16. April ist seine Kunst bei der EVA International in Limerick City, Irland, und ab dem 3. Mai bei der 12. Dak’Art Biennale in Dakar, Senegal, vertreten.

    Kemang Wa Lehulere ist nach Wangechi Mutu, Yto Barrada, Roman Ondák, Imran Qureshi, Victor Man, Koki Tanaka und Basim Magdy der achte internationale Künstler, den die Deutsche Bank als „Künstler des Jahres“ ehrt. Die Auswahl für diese Auszeichnung erfolgt im Rahmen des Global Art Advisory Councils der Deutschen Bank, dem die renommierten Kuratoren Okwui Enwezor, Hou Hanru, Udo Kittelmann und Victoria Noorthoorn angehören. Im Fokus stehen vielversprechende Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein künstlerisch wie auch gesellschaftlich relevantes Werk geschaffen haben, das die beiden Schwerpunkte der Sammlung Deutsche Bank einbezieht: Arbeiten auf Papier oder Fotografie.

    Pressebilder
    Kemang Wa Lehulere: Deutsche Bank's "Artist of the Year" 2017. Foto: Adam McConnachie
  • 07.07.2017 - 08.10.2017

    Roberto Burle Marx: Brazilian Modernist

    Als Landschaftsarchitekt müsse man auch Picasso und Miró verstehen, proklamierte Roberto Burle Marx. In Kooperation mit dem Jewish Museum in New York zeigt die KunstHalle eine große Retrospektive des brasilianischen Modernisten, der Rio de Janeiro mit Parks und Plätzen, deren kurvige und kubistische Grundrisse an malerische Abstraktion erinnern, zu seiner Leinwand machte. Die Ausstellung stellt das umfassende und vielfältige Werk Burle Marxs vor, der mit seiner Arbeit Generationen inspirierte, wie zeitgenössische Positionen von u.a. Paloma Bosquê, Nick Mauss oder Beatriz Milhazes zeigen.
    Nach der Präsentation im New Yorker Jewish Museum und in der KunstHalle in Berlin wird die Ausstellung im Museu de Arte do Rio in Rio de Janeiro in Brasilien zu sehen sein.
    In Kooperation mit The Jewish Museum, New York
    Roberto Burle Marx, Mineral Roof Garden, São Paulo, 1983 © Leonardo Finotti