Wir leben, wie es der Science-Fiction Autor William Gibson formuliert, in einer zukunftssüchtigen Kultur. Ganz egal, ob sie wie ein High-Tech-Paradies oder eine post-apokalyptische Einöde aussieht, immer ist die Zukunft der Schauplatz eines Neubeginns. Auf den ersten Blick scheint der Titel von Magdys Ausstellung als »Künstler des Jahres« 2016 in der Deutsche Bank KunstHalle in dieses Schema zu passen: »Die Sterne standen gut für ein Jahrhundert des Neubeginns«. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Er ist eine ironische Anspielung auf eine Menschheit, die unverdrossen ihre Fehler wiederholt. Die namen- und körperlosen Protagonisten in Magdys Filmen, die überlebenden, die auf seinen Papierarbeiten futuristische Bauten erkunden – sie alle sind gezwungen, Geschichte immer wieder nachzuspielen. Die Gesellschaften, die er in seiner 2014 entstandenen Filmtriologie »The Many Colors of the Sky Radiate Forgetfulness«, »The Everyday Ritual of Solitude Hatching Monkeys« und »The Dent« schildert, sind bankrott, verwickelt in absurde Rituale der Vergangenheitsbewahrung oder größenwahnsinnige Projekte. Seine Installation »In The Grave of Intergalactic Utopia« (2006) im Studio der KunstHalle ist ein Abgesang auf die Sternenträume und den Wettlauf ins All der Nachkriegszeit. Die Reise endet mit einer slapstickartigen Bruchlandung.

Galerie
Foto: Deirdre O'Leary, © Basim Magdy
Katalog
Der Katalog zur Ausstellung
Edition
Basim Magdy / Edition
Video
Basim Magdy: The Stars Were Aligned for a Century of New Beginnings
Veranstaltungstipps
  • Performance
    Miriam Simun: A Measure of Scatter Across Berlin Sky
    01.06.2016, 20 Uhr

  • Soundinstallation
    Regine Basha: Dark Sonic Matter
    30.06.2016, 19 Uhr

Galerie
Foto: Deirdre O'Leary, © Basim Magdy
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Der Katalog zur Ausstellung
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Basim Magdy / Edition
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Basim Magdy: The Stars Were Aligned for a Century of New Beginnings